
Hard Cover, German, Thread Stitching, 305 Pages
Anekdotomania
Anekdotomania versammelt Erzählungen, Erinnerungen und Abschweifungen, in denen Daniel Spoerri sich selbst zum Material seiner Arbeit macht.
Das Buch folgt keiner linearen Autobiografie, sondern einer Logik der Aneignung und Verschiebung: Anekdoten werden gesammelt, montiert und neu kontextualisiert. Erzählen erscheint hier weniger als Rekonstruktion von Vergangenheit denn als performativer Akt.
Spoerri reflektiert sein eigenes künstlerisches Umfeld, seine Begegnungen und biografischen Brüche mit ironischer Distanz und analytischer Schärfe. Die Anekdote fungiert dabei nicht als beiläufige Randnotiz, sondern als Erkenntnisform. Sie macht sichtbar, wie Kunstgeschichte, Alltag und persönliche Erfahrung ineinandergreifen und sich gegenseitig strukturieren.
Anekdotomania ist zugleich Selbstbefragung und Kommentar zur Rolle des Künstlers im sozialen und institutionellen Gefüge der Kunst. Das Buch operiert an der Schnittstelle von Erinnerung, Fiktion und Dokumentation und stellt Autorschaft als instabiles, narratives Konstrukt zur Disposition. In dieser Offenheit liegt seine methodische und literarische Präzision.








