Article Number: 2785
Soft Cover, German, Thread Stiching, 40 Pages, 2004, ISBN 3-937577-29-7
Tan Wälchli, Aude Lehmann

Aura

Walter Benjamin pflegte seine Begriffe als "Segel" zu bezeichnen, die in den "Wind" der "Geschichte" "gesetzt" werden müssten.

»›Was ist eigentlich Aura?‹ Wer in den letzten Jahrzehnten versucht hat, Walter Benjamins berühmt gewordene Frage zu beantworten, ist meist von der Annahme ausgegangen, der Begriff sei von ihm neu in die Kunstphilosophie eingeführt worden. Dagegen spricht, dass Benjamin seine Begriffe als ›Segel‹ bezeichnete, die in den ›Wind der Geschichte gesetzt‹ werden müssen. Was heißt das im Fall der Aura?
Der vom Griechischen ins Lateinische übernommene Begriff bezeichnete ›Luft in Bewegung‹, später besonders den ›ausgehauchten Atem der Toten‹. In der frühen abendländischen Kunstgeschichte taucht er als Heiligenschein (Aura, Aureole) wieder auf. Dass diese Bedeutung im Zuge der Säkularisierung nur scheinbar in den Hintergrund gedrängt worden ist, zeigt ein kurzer Parcours durch die Kunstgeschichte. Eine neue Darstellungsweise ermöglicht es, die wandelnden Gestalten zu verfolgen, in denen die Aura fortlebt, und die kanonischen Werke neu lesbar zu machen. So rücken wir Benjamins erklärter Absicht ein kleines Stück näher, die Gegenstände ›aus ihrer Hülle zu entschälen‹ und die Aura zu ›zertrümmern‹.« (Aude Lehmann & Tan Wälchli)