Banier : perdre la tete ; Académie de France à Rome, Villa Medici
In Perdre la tête operiert François-Marie Banier mit der Fotografie als einem Medium der Entgrenzung.
In Perdre la tête operiert François-Marie Banier mit der Fotografie als einem Medium der Entgrenzung. Die Bilder verweigern sich einer stabilen Zuordnung von Subjekt, Situation oder Narration. Stattdessen entsteht ein visuelles Feld, in dem Nähe, Bewegung und Fragmentierung zentrale strukturelle Prinzipien bilden.
Die Fotografien sind von körperlicher Präsenz und zeitlicher Verdichtung geprägt. Köpfe, Gesichter und Körper erscheinen angeschnitten, überlagert oder in instabilen Konstellationen. Wahrnehmung wird nicht geordnet, sondern beschleunigt; das Bild wirkt wie ein Ausschnitt aus einem fortlaufenden, kaum kontrollierbaren Strom von Begegnungen. Die Kamera fungiert dabei weniger als distanzierendes Instrument denn als Teil einer unmittelbaren, fast tastenden Beziehung zur Welt.
Perdre la tête beschreibt kein Verlieren im psychologischen Sinn, sondern eine bewusste Aufgabe von Kontrolle, Übersicht und kompositorischer Souveränität. Das Fotografische wird zum Ort eines Risikos: Bedeutung entsteht nicht durch Erklärung, sondern durch Intensität, Wiederholung und Überforderung. Die Arbeiten verschieben Fotografie von der dokumentarischen Geste hin zu einer existenziellen Praxis, in der Sehen, Begehren und Bewegung untrennbar miteinander verbunden sind.






