Article Number: 1965
Soft Cover, German, Glue Binding, 36 Pages, 2008, Textem Verlag, ISBN 978-3-938801-62-8
Lutz Krüger, Sebastian Reuss

Gernot Faber* Figur ohne Grund

Gernot Faber ist real, laut Sebastian Reuss (1974) und Lutz Krüger (1972) ‘lebte Gernot Faber bis zum Fall der Mauer, in Mühlheim an der Ruhr. Anschließend verlagerte er sein Trachten und Tun nach Baselitz, wo er vollkommen entschleunigt seiner autodidaktischen Bildnerei frönte.’ Gernot Faber ‘spricht, malt, isst Äpfel, spielt Musik und reist gerne nach Rumänien und Phuket. Faber ist ein Akteur, ein hybrider Charakter, wie aus einem Brecht’schem Lehrstück, aber mit dem psycho-sexuellen Apparat eines Paul Mc Carthys.

Durch Faber hindurch spielen Reuss und Krüger mit Rollen von Erwartung, Genius und Dilettantismus, sie benutzen vor allem Fabers Interesse an Malerei als ein Vehikel der psychischen Entäußerung. In der Maskerade des Klischees legen Reuss und Krüger nicht nur die voyeuristischen Erwartungen der Betrachter offen, sondern reflektieren philosophisch pointiert über die Mechanismen des Systems Kunst. Oder in Fabers ‘eigenen’ Worten auf die Frage: Was wäre die eigenwilligste Verkleidung ihrer Wahl?: „Eine Maske meines Gesichts auf meinem Gesicht, sodass Menschen denken, das bin nicht ich – aber jemand, der vorgibt, ich zu sein.“

Zur Ausstellung in den Räumen der Karin Guenther Galerie erscheint eine Publikation im Textem Verlag, 36 Seiten; durchgehenden Farbabbildungen und einem Interview mit Gernot Faber.