Article Number: 7167
Soft Cover, German, Staple Binding, 24 Pages, 2015
Kunsthalle Wien GmbH

Individual STORIES

Sammeln als Porträt und Methodologie

Künstlerinnen und Künstler sind faszinierte Sammler/innen ungewöhnlicher materieller Dinge und immaterieller Phänomene.

Benjamin Buchloh hat Marcel Duchamp einmal als den ersten „Künstler als Sammler“ in Bezug auf dessen Readymades beschrieben. Es war Duchamp, der sich über das Sammeln und Bewahren von Dingenmit der Beziehung zwischen Gegenstand und künstlerischem Werk beschäftigte.Die Ausstellung Individual Stories in der Kunsthalle Wien präsentiert eine Auswahl von zwanzig zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die von ihnen gesammelte, aufgezeichnete oder dokumentierte persönliche Dinge zeigen oder Kunstwerke, die aus diesen entstanden sind.Viele dieser Sammlungen sind als eine Art Wissensarchitektur gedacht, die aus der Gegenüberstellung verschiedener Elemente resultiert und darüber unerwartete Konstellationen erzeugt.Einige der Sammlungen in der Ausstellung könnte man auch als Filter zwischen dem Individuum und der Welt, die es umgibt, interpretieren: als Ensemble aus Gegenständlichem und Ungegenständlichem, das für die Gesellschaft einen Makrokosmos bildet, für den oder die Besitzer/in hingegen einen Mikrokosmos.Andere Sammlungen fungieren als Werkzeug, das Zugang zu dem künstlerischen Imaginären verschafft und in eine Arbeits- und Denkweise einführt. Die in der Kunsthalle Wien gezeigten Dinge stehen alle in einem persönlichen Verhältnis zu ihren Besitzer/innen. Insofern lässt sich die Ausstellung sowohl unter dem Aspekt der Sammlung als Porträt lesen als auch als Kunstwerk an sich.Begleitend zur Ausstellung entsteht eine Publikation mit Fotografien von Marie Angeletti, die die Sammlungen in sehr subjektiver Weise dokumentieren wird, begleitet von Texten der Künstlerinnen und Künstler, in denen sie beschreiben, warum sie damit begonnen haben, etwas zu sammeln. Sprache: Deutsch