Article Number: 8173
Soft Cover, German, 272 Pages, 2016, Belvedere, ISBN 978 3 903114 07 4
Monika Faber, Agnes Husslein-Arco

Inspiration Fotografie

Von Makart bis Klimt

Die Erfindung der Fotografie im Jahr 1839 löste bei Künstlern Faszination und Schrecken zugleich aus: Hatten beispielsweise Porträtmaler zu Recht Angst vor einem drastischen Rückgang ihres Geschäfts, entdeckten andere rasch die zahlreichen Möglichkeiten, die ihnen das neue Medium eröffnete.

Der spielerische und kreative Umgang mit dem Medium, der bisher üblich gewesen war, ging genau zu dem Zeitpunkt verloren, als die Wiener Secession erstmals Lichtbilder als eigenständige Kunstwerke ausstellte. Maler als Fotografen und Fotosammler zu entdecken eröffnet uns einen Blick in eine bisher ungeahnte Bilderwelt. Das Interesse für das technische Bild zieht sich durch das gesamte Spektrum der Malerei des 19. Jahrhunderts: Wer sich auf Historiengemälde oder auf Orientbilder spezialisierte, wer dem Raumausstattungen, repräsentative Porträts oder intime Genreszenen schuf, verzichtete nicht auf die Fotografie. Die ursprüngliche und durchaus nicht unbegründete Angst vor der Marginalisierung der bildenden Kunst durch die Technik verwandelte sich in eine erfindungsreiche Integration der neuen Möglichkeiten in den eigenen Schaffensprozess wie kreativ österreichische Künstler dabei vorgingen, wird nun erstmals mit zahlreichen Beispielen belegt. Schon die kleinen Daguerreotypien spiegelnde Einzelstücke mit faszinierend präziser Zeichnung dienten etwa Josef Kriehuber als Vorlagen für druckgrafische Porträts, doch erst das ab den 1850er-Jahren sich durchsetzende Papierbild bot den Malern tatsächlich neue Anwendungsmöglichkeiten.

Sprache: Deutsch