Article Number: 1122
Soft Cover, German, Glue Binding, 64 Pages, 2008
Roland Kollnitz

kleiner Trommelwirbel

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit einem Text von Rainer Fuchs und einem Interview mit dem Künstler.

Das zentrale Motiv der Installation von Roland Kollnitz (geb. 1972 in Klagenfurt) bildet eine Kette aus Aluminium, die über Heimo Zobernigsweißen Kubus in der Eingangshalle des MUMOK hängt. Von dort reicht sie in die Tiefe des Raumes hinab, wo sie abgerissen scheint, und auf der untersten Ebene in einem Haufen von Gliedern endet. Auf ihrem Weg hinunter, vorbei an einer Lichtskulptur aus Leuchtstoffröhren, folgt sie den architektonischen Gegebenheiten.

Fragilität und prekäre Balance, sowie die Vorstellung des abrupten und klirrenden Aufpralls der Kette auf dem Steinboden bestimmen die Wahrnehmung. Mit dem Titel kleiner Trommelwirbel verweist Kollnitz auf das zeitliche und akustische Potenzial des lautlosen Szenarios und bringt die Bedeutung sprachlicher Assoziationen für seine Arbeit mit ins Spiel. Die dabei erkennbare Leichtigkeit und Beweglichkeit seiner skulpturalen Gedanken veranschaulicht noch ein weiteres Objekt im untersten Stock.

Mit seinem erweiterten Skulpturenbegriff bezieht der Künstler nicht nur Raum und Kunst aufeinander, sondern er sensibilisiert auch für eine veränderte und aufmerksamere Wahrnehmung der Architektur. So ruft das gespannte Gleichgewicht der Kette die schwebende und atemberaubende Lage des Kubus in Erinnerung und verpasst dessen minimalistischer Gestalt ein 'schmückendes Accessoir'.

Präzision und Detailgenauigkeit kennzeichnen das zugleich spielerische Werk Roland Kollnitz´. Für seine Installation tauschte der Künstler alle Leuchtstoffröhren in der Eingangshalle aus, um für die perfekte Beleuchtung des Wechselspiels zwischen seinen Skulpturen und der Architektur des MUMOK zu sorgen. Auch dieses Verändern bzw. Verbessern der Präsentationsbedingungen ist Teil seines Werks.