Article Number: 5082
Hard Cover, German, Thread Stiching, 120 Pages, 2005, ISBN 978-3-7011-7536-9
Richard Kriesche

Lev Termen

Unter dem Eindruck terroristischer Anschläge und eines damit verstärkten Rufs der Bevölkerung nach staatlicher Sicherheit, bekommt das Projekt "Lev Sergejevitsch Termen" eine hochaktuelle Bedeutung, denn es scheint die Mehrheit der Menschen –ausgenommen von einigen Datenschützern - kaum zu beunruhigen, dass Sicherheit zu Lasten bürgerlicher Freiheiten zu gehen droht. (Deutsch)

Das Leben und Werk Lev Termens, eines Genies, eines Künstlers und Forschers in der vormaligen Sowjetunion kann heute als Blaupause gelesen werden. Am Staatsfeiertag erinnern wir uns an die einstigen Befreier und gleichzeitig an das Datum, an dem wir unsere Freiheit auch von den Befreiern wieder erlangt haben. Mit der Ausstellung "Lev Termen" rücken wir Unfreiheit und Terror in den Mittelpunkt: Ohne Freiheit kann Kultur nicht entstehen, können sich weder Wissenschaft noch Künste entwickeln, und dies alles untergräbt, pragmatisch gesprochen, die ökonomische Existenz der Gesellschaft. Das zeitliche Ereignis "Staatsfeiertag" ist Anlass, um den Blick von der Vergangenheit, vom Abzug des letzten alliierten Besatzungssoldaten am 26.10.1955 in die Zukunft zu richten. Mit der wiedergewonnenen Freiheit will die Stadt Graz ein spezielles Kulturprogramm initiieren, das den Blick auf die seinerzeitigen Befreier heute richtet. Kein nostalgischer Blick, sondern einer auf die avancierten, autonomen, freien Ideen mit Zukunftspotentialen. Am Beispiel "Lev Termen" wenden wir uns daher an die jüngere Generation mit dem Hinweis, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist, dass die Freiheit der Kunst und die Freiheit der Wissenschaften zwar formal festgeschrieben, aber realiter keineswegs garantiert sind.

(Quelle: Verlag)