Article Number: 1940
Soft Cover, German, Thread Stiching, 32 Pages, 2008, Textem Verlag, ISBN 978-3-938801-53-6
Stephan Mörsch

Quedlinburg

Die Zeichnungen von Stephan Mörsch entstehen in Serie und erinnern an Filmstills. Daneben baut er modellhafte Plastiken. Stephan Mörsch zeichnet Kleinformate in Serie und baut modellhafte Plastiken.

Das Projekt „Quedlinburg“ von Stephan Mörsch ist ein zeichnerischer Spaziergang an die Peripherie der Stadt und thematisiert kleine architektonische Freiheiten in einem reglementierten Ordnungssystem, dem Schrebergarten. Mörschs Zeichnungen und Miniaturen sind narrativ aufgeladene Parallelwelten, fiktionalisierte Fortsetzungen alltäglicher Beobachtungen mit einem Schuss Empathie. Stephan Mörsch: „Ich habe mich in Quedlinburg intuitiv zu den Datschen hingezogen gefühlt“.

Mörschs Untersuchungen niederer Architekturformen bekunden Sympathie für das Ephemere, Randständige und Transitorische. Dass die Stadt Quedlinburg seit 1990 etwa ein Drittel ihrer Einwohner verloren hat und vor allem für Mittelalter und pittoreskes Fachwerk bekannt ist, hat Mörsch herausgefordert, den Blick von der Idylle auf die Problemzonen der Stadt zu lenken, dorthin, wo nicht die Touristen staunen, sondern wo der Alltag stattfindet oder vergessen wird.

Katalog der Ausstellung "Nina Kluth und Stephan Mörsch. Das grüne Quadrat. Quedlinburg" in der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg (14. Juni - 10. August 2008)

Mit Text in Deutsch und Englisch von Björn Egging.

Stephan Mörsch (* 197) lebt in Hamburg und Istanbul.