Article Number: 1616
Magazine, German, Staple Binding, 72 Pages, 2006, Sonderzahl, ISBN 978-3-85449-264-1

Rohstoff. Eine filmhistorische Recherche nach der kleinen Form -3

Fanzine 3. Dezember 2006
€ 10.00

Interviews, frühe Arbeiten, Exkurs Musik-Bild, Fotoserie, Collagen, Drehbuchentwurf.

Filmgeschichte hat ein paar Zentren und viele Ränder. Ein Film schreibt Geschichte: gleich einem Stein, der ins Wasser geworfen wird, setzt er die Wasseroberfläche – die Filmgeschichte – in Bewegung, und sinkt selbst ab, in die Tiefe der Erinnerung. So verstehen wir herkömmlicher Weise die Entwicklung, quasi den Gesetzen der Physik folgend – oder jenen der Geschichtsschreibung. Mit der Reihe Rohstoff schlagen wir vor, diese Gesetze auf den Kopf zu stellen, mitunter zu negieren. Die Filmprogramme, die zwischen 2004 und 2006 im Österreichischen Filmmuseum zu sehen waren, sind ein Plädoyer für den offenen Dialog einzelner vorwiegend an den Rändern angesiedelter Formate wie Kurzfilm (fiktional und dokumentarisch), Super8, Werbe- und Industriefilm, Musik- und Kunstvideo. Wir begeben uns auf die Spur der »kleinen Formen« von vor allem bekannten Namen – fast so als hätten sie ihre »großen« Werke (noch) nicht geschaffen – und kombinieren sie mit einer aktuellen Arbeit. So entsteht eine neue Perspektive, ein Blick auf das Darunter und Dahinter, ein Verständnis von Filmgeschichte als Schichten-Phänomen.

Begleitend zur Filmschau haben wir drei Fanzines herausgegeben, die das Programm – thematisch entlang der Filmschau konzipiert – vertiefend, präsentiert haben. Vor allem die Produktion von neuen Texten zu einzelnen Filmarbeiten, die ansonsten kaum bzw. gar nicht rezipiert (und also auch nicht rezensiert) wurden, stellt – neben den Interviews – einen Schwerpunkt des Magazins dar. Um dem die Filmreihe prägenden erweiterten Medienbegriff auch im Rahmen der Publikation Rechnung zu tragen, haben wir für jedes Heft einEn (jungEn) FotografIn eingeladen, eine Fotostrecke zu realisieren. Es ist uns auch bei diesem Format wichtig, aktuelle diskursive und (audio)visuelle Tendenzen mit historischen Medienarbeiten zu kombinieren und zu präsentieren. Die Publikation versteht sich nicht zuletzt als Materialsammlung, die einem breiten Publikum vertiefende Informationen zu einzelnen Filmen, Regisseur/inn/en oder Themen zur Verfügung stellt.

Sprache: Deutsch