Article Number: 5409
Soft Cover, German, Thread Stiching, 130 Pages, 2012, Fotohof, ISBN 978-3-902675-75-0
Wout Berger

When I open my eyes

€ 30.00

Seit über fünfunddreißig Jahren bin ich Fotograf. Seit über fünfunddreißig Jahren lebe ich am IJsselmeer.

Wenn ich in der Früh meine Augen öffne, sehe ich als erstes das IJsselmeer. Manchmal fotografiere ich das Meer, es tatsächlich zu sehen, bedeutet etwas Anderes. Bis ein Freund eines Tages zu mir sagte: „Du lebst in einer eigenen Thematik“, da fiel der Groschen. Ich stellte ein Stativ auf einen bestimmten Platz vor dem Schlafzimmerfenster und begann zu schauen. Zu Beginn ist man dankbar für jedes Segelboot, das ins Bild kommt.

Jede intensive Himmelsverfärbung: ein Foto. Aber sehr schnell beginnt man, jegliche Ablenkung aus dem Bild auszusparen. Jeder, der offen für diese Thematik ist, wird das über kurz oder lang tun. Ich fotografiere keine Segelboote mehr, auch keine Vögel oder Menschen. Ich fotografiere kleine Wellen, Nebelschleier, Regen und Wolken. Auch diese können ablenken. Aber sie präsentieren sich fast immer gestaltlos, durchsichtig, nass. Sie sind selbst so gut wie farblos, nehmen aber die Farbe des Lichts, das auf sie trifft, an und reflektieren es. Im Ganzen sind es sechzig Fotos, sie bilden das IJsselmeer. Keines der Fotos ist schöner als ein anderes. Wenn man auf diese Art und Weise Fotos ansieht verliert man sich in reine Ästhetik. Ich suche nicht die Ästhetik. Ich möchte den Wind oder Lichtelemente fotografieren, die wir lediglich indirekt wahrnehmen können. (Wout Berger, Auszug aus dem Künstlerstatement im Buch) Quelle: Fotohof