Die Mauern des Schweigens überwinden
Anthologie verfolgter Autorinnen und Autoren
Helmuth A. Niederle
Es ist nicht zu erwarten, dass in absehbarer Zeit weltweit Autorinnen und Autoren ihre Meinung sagen dürfen, ohne dabei Gefahr zu laufen, mit ihren Machthabern Schwierigkeiten zu bekommen. Noch ist der Abstand zur eigenen Geschichte, der unrühmlichen Zeit des Nationalsozialismus im »Dritten Reich«, nicht so groß, dass die gewalttätigen Versuche in Vergessenheit geraten hätten können, Schriftsteller ins Exil zu treiben oder schlimmer noch durch physische Liquidierung endgültig zum Schweigen zu bringen. Auch die Jahre bis zum Verschwinden der kommunistischen Diktaturen waren eine Periode des Schreckens für Schriftstellerinnen und Schriftsteller.